WSV Heim

Spielabende jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Vereinsheim am Biebricher Schlosspark.

Schlosspark Flyer

Schirmherr:
Oberbürgermeister Wiesbaden
Gert-Uwe Mende

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„Saacke-System”

(Caro-Kann mit g6)

Münster 1971 — Thementurnier
Dr. Lentze — FM U. Nehmert
Result 0-1 ECO B15
Kommentator: FM Nehmert

Chess 960 Schnellschach — 3. Platz für unsere WSV-Mannschaft

 

Am vergangenen Sonntag fand die 7. offene Deutsche Meisterschaft im Chess 960 Schnellschach statt. Austragungsort war unser Vereinsheim Jeanne-Schütz-Haus.

Sieger des Turnieres wurde unangefochten mit 6,5 aus 7 möglichen Punkten IM Jonas Rosner vom SK Ettlingen.

Unsere Vierermannschaft mit T. Gottschalk, Dr. Wichmann, FM Nehmert und Michael Hill erreichte den 3. Platz (Foto). Zudem belegte Ullrich Nehmert den 2. Platz in der Seniorenrangliste.

Sieger

 

Mannsch WSV

Fotos vom Veranstalter

Oberliga: Mannschaftsaufstellung 2019/20

Die Mannschaftsaufstellung unserer 1. Mannschaft in der Oberliga Ost ist jetzt online.
Neuzugang IM Robert Baskin ist am ersten Brett gesetzt und wird eine deutliche Verstärkung der Mannschaft sein. Herzlich Willkommen im Team!

 

 

Jugend-Europameisterschaft U 12

Für die Spielsaison 2019/20 haben wir mit dem U12 Spieler  Diyor Bakiev einen weiteren Neuzugang im Verein!
Aktuell nahm Bakiev in Bratislava an der Jugendeuropameisterschaft (U12) teil und hat nach der 9. Spielrunde bemerkenswerte 6,5 Punkte erzielt. Nur knapp verfehlte er im Schlussranking die TOP Ten (11. Platz).

Reflexion zu „Holgers Schachlektionen”

von Gerd E. Hedrich

Diese neue Trainingsreihe beim Wiesbadener Schachverein richtet sich an alle Vereinsspieler, wird leicht verständlich erklärt und ist auch für weniger geübte Spieler geeignet.
Holger Ochs, unser Vereinsspieler und Gestalter dieses Tutorials, hat schon vielen Spielern in Unterrichtseinheiten und mit sehr guten Praxistips zu einer deutlichen Weiterentwicklung verholfen.

Schauen wir am Beispiel der Lektion Nr. 2 (vorletzter Dienstag), wie der Aufbau und die Themen von „Holgers Schachübungen” sind und warum sie dem Teilnehmer im Gedächtnis bleiben!

Holger wählt schon mit der Überschrift zu seinen Übungen einen Begriff, der nicht unbedingt im Schachlexikon zu finden ist!
Der Teilnehmer wird sich direkt an die kryptische Bezeichnung: DIE WANZE 
erinnern!

Gibt es evtl. schon spezielle Schachbrett-Wanzen mit künstlicher Intelligenz (KI) zur Entschlüsselung der gegnerischen Züge? :))
Also mal neugierig warten, wo und in welchem Zusammenhang die Wanze auftauchen wird.

Die vorgegebene Aufgabenstellung für die Teilnehmer:
3 reale Turnierpartien sind ausgewählt und werden ganzheitlich betrachtet.
in einer nicht mehr ausgeglichenen Spielphase übernimmt der Lernende die jeweils schlechtere Stellung in diesem Spiel.
 Er versucht jetzt, eine Schwäche im gegnerischen Aufbau geduldig aber treffsicher herauszufiltern und startet dann so erfolgreich wie möglich mit dem Gegenspiel. Möglicherweise auch durch Materialeinsatz.
Der reale Spielverlauf in der Partie zeigt, dass dies erfolgreich gelingen kann.

Um die Wichtigkeit und die Richtigkeit dieser Grundsätze zu demonstrieren, stellt Holger die Betrachtung eines Beispiels eines nicht ganz unbekannten Schachspielers voran:
1962 spielt und verliert! Robert James (Bobby) Fischer beim Kandidatenturnier in Curaçao gegen Petrosjan vor allem deshalb, weil er mit seinem ungestümen Angriffsspiel um jeden Preis am Drücker bleiben will. 
Selbst wenn er in Nachteil gerät, sucht er übereilt das Gegenspiel, überzieht und verliert!!

So also möglichst nicht!

Die drei Übungsbeispiele, die Holger vorbereitet hat, fordern den geduldigen wachsamen Spieler, der in Nachteil geraten ist, aber zäh verteidigt und auf seine Chance, vielleicht die einzige im weiteren Spielverlauf, wartet.
wie die Wanze auf der Mauer, auf der Lauer so sitzt, analysiert und wartet der Spieler mit schlechterer Stellung schlau auf die gegnerische Schwäche in dessen Stellung.
Er gelangt zum Gegenspiel und kann evtl. dadurch sprichwörtlich Honig saugen. 
(Kein Blut wie die Wanze!)

Mein Fazit zu den bisherigen Vorträgen:

* behandelt werden fundamentale Schachgrundsätze,
* gut verständlich vermittelt,
* sehr einprägsam,
* reale Partien werden durchgängig betrachtet,
* leicht nachspielbar

 


Willkommen beim Wiesbadener Schachverein 1885

Wir sind ein traditionsreicher Schachverein, deutschlandweit einer der ältesten. Zeitgemäß aufgestellt, bietet der WSV 3 Turniermannschaften von der Oberliga über die Landesklasse bis Bezirksoberliga auf! Unsere aktiven Kinder und Jugendlichen sind je nach Spielstärke in die Mannschaften integriert, ebenso die Ü-60-Spieler.

 Vereinsangebote: regelmäßige Spielabende im eigenen Vereinsheim, Jugendtraining, Schnellschachturniere, GM-Training, Schlosspark-Open Turnier, Weihnachtsblitzturnier.

Spielabende finden jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Vereinsheim am Biebricher Schlosspark statt.


Nachgefragt

WK-Redakteur zu Gast beim 2. Vorsitzenden Lothar Dyck

Dyck foto

Lothar Dyck ist fasziniert und begeistert vom Schachspiel. So sehr, dass er seine Freude gerne teilt - im Wiesbadener Schachverein 1885 und in diversen Grundschulen, wo er privat Schachunterricht gibt.

Von Patrick Rupp

 Wenn man mit Lothar Dyck über das Schachspiel redet, glänzen seine Augen. Die Worte sprudeln wie ein Wasserfall aus ihm heraus. „Mein Vater hat es mir damals beigebracht. Mit elf Jahren habe ich die Schach- Rätsel in der Zeitung gelöst. Der Name der Person, die das Rätsel gelöst hatte, wurde dann veröffentlicht“, erinnert sich der heute 74-Jährige. Das Brettspiel fasziniert ihn bis heute: die Geschichte, der Geist, das Wesen und nicht zuletzt die gesellschaftliche Bedeutung des Schachs. Darüber könnte man sich über Stunden mit ihm unterhalten.

Wichtiges auf fünf Seiten

Irgendwann kam der Nordenstadter auf die Idee, dass er diese Begeisterung mit anderen Menschen teilen müsste. „Ich staune immer wieder, wenn ich mich mit dem Spiel auseinandersetze. Meine Hoffnung ist, dass es anderen auch so geht“, erzählt Dyck, der vor seiner Pension Polizeibeamter war.

Er schnappte sich ein altes Schachlexikon, das er 1998 auf einem Flohmarkt ergattert hatte. Nachdem die Staubflusen entfernt waren, begann er die Lektüre des Wälzers. Über tausend Seiten über das Schachspielen, das wäre selbst ihm zu viel, dachte sich Dyck und fasste das Wichtigste auf fünf Seiten zusammen. Dazu nutzte er weitere zehn Bücher, deren Inhalte ihn vor allem mit der einzigartigen Schach-Rhetorik begeisterten. „Ein kleiner Streifzug durch die Schachwelt“ nennt er sein Werk, das sich nur bei ihm auf dem Computer befindet. Neben der Historie des Spiels zeigt Dyck darin anhand vieler Zitate, welche Bedeutung Schach erzielen kann.

Der französisch-amerikanische Maler Marcel Duchamp bezeichnete das Schachspiel etwa als „fast zu schwierig für die Beschränktheit des menschlichen Geistes“. Die Vergleiche, die Künstler und Philosophen anstellen, sind oft sehr treffend, sagt Dyck. Im Wesentlichen gehe es darum, so auch ein zentraler Satz seines Streifzugs durch die Schachwelt, „die uralte Spannung zwischen Geist und Materie, Kontrolle und Freiheit, Beherrschung und Liebe immer neu auszutragen“. Diese Spannung gebe es bei jedem Spieler. Natürlich ist Dyck nicht nur ein Schachschreiber, sondern auch ein Schachspieler. Bescheiden sagt er: „Ich spiele sehr gerne, aber es sind viele besser.“ Als zweiter Vorsitzender des Wiesbadener Schachvereins 1885 kennt er jene Schachprofis, die ihm überlegen sind. Die erste Mannschaft der 85er, die ihren Sitz im Jeanne-Schütz-Haus am Biebricher Schlosspark hat, spielte sogar schon in der Ersten Liga.

Dyck ist als engagiertes Vorstandsmitglied stets um Zuwachs bemüht. Am vielversprechendsten sind dabei junge Schachbegeisterte, die besonders lernwillig sind. Zu diesem Zwecke tourt Dyck in Eigenregie durch Grundschulen. In Wallau sowie in den Wiesbadener Vororten Naurod, Nordenstadt und Biebrich unterrichtet er Schüler im Schach - meist nachmittags.

Lernen fürs Leben

Zwölf Lerneffekte, die über das Spiel hinausgehen und im Leben eine große Rolle spielen, hält Dyck dabei für bedeutsam. Neben der Erhöhung der Disziplin und derWeiterentwicklung der Geduld sei das selbstkritische Überdenken eigener Fehler von herausragender Wichtigkeit. „Während des Spiels dokumentiert man jeden seiner Züge. Somit bleiben die Fehler präsent. Das lässt sich zweifelsohne auch auf das Leben übertragen“, betont Dyck, der kürzlich Urgroßvater wurde. Doch wie bei seinen Kindern und Enkeln wird er auch seinen Urenkel nicht bedrängen, sich für das Schachspiel zu begeistern: „Das muss jeder selbst entscheiden. Jeder soll aber wissen, was es für ein besonderes Spiel es ist.“ Aus diesem Grund ist Dyck zum Schachschriftsteller geworden.