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Wiesbadener Schachverein

Spielabende jeden Dienstag
ab 19.30 Uhr im Vereinsheim
am Biebricher Schlosspark.
Jugendtraining 18.00 - 19.00 Uhr
Schlosspark-Open
Das Urteil
Turniergericht OL Süd-West trifft bedeutende Entscheidung im Protestfall WSV 1885
Gerd Hedrich
In der 5. Runde der Oberliga Süd-West (WSV – Neuberg) kam es infolge einer Schiedsrichterentscheidung zu einer Nullwertung gegen den Spieler IM Anwesh (WSV 1885).
Unser Protest über den Staffelleiter bis zum Turniergericht als letzte Instanz hatte Erfolg.
Die Schiedsrichterentscheidung wurde aufgehoben, die Einzelpartie neu angesetzt.
Soweit ist dies allgemein bekannt.
Diese Entscheidung in unserem Protestfall geht jedoch über den Einzelfall hinaus, auch wenn eine formale Präzedenzbindung hierbei nicht besteht; Die Entscheidung - als gefestigte Spruchpraxis - entfaltet eine erhebliche faktische Bindungswirkung für vergleichbare Fälle.
Im Einzelnen:
Die Entscheidung des Turniergerichts liefert mehrere zentrale rechtliche Klarstellungen für den Spielbetrieb der Oberliga Süd-West:
Reichweite der FIDE-„Zero-Tolerance“-Regel (Art. 11.3.2.2)
Das Urteil verdeutlicht, dass die sogenannte „Zero-Tolerance“-Regel der FIDE nicht schematisch anzuwenden ist. Zwar bleibt der Grundsatz bestehen, dass das Mitführen eines elektronischen Geräts im Turnierareal grundsätzlich zum Partieverlust führen kann. Diese Sanktion greift jedoch nur innerhalb ihres Anwendungsbereichs, also „während der Partie“. Eine automatische Anwendung ohne Prüfung der konkreten Situation ist unzulässig.
Zeitlicher Beginn der Partie / Spielereigenschaft
Zentrale Bedeutung kommt der Frage zu, wann eine Partie im Sinne der FIDE-Regeln tatsächlich beginnt. Das Turniergericht stellt fest, dass dieser Zeitpunkt bislang nicht eindeutig definiert ist. Jedenfalls genügt es nicht, dass die Runde freigegeben und die Uhr gestartet wurde. Befindet sich ein Spieler noch nicht am Brett und wurde noch kein Zug ausgeführt, bestehen erhebliche Zweifel daran, dass er sich bereits „während der Partie“ im Sinne der Sanktionsnorm befindet. Daraus folgt, dass die volle Sanktionswirkung der Handyregel in dieser Phase nicht zwingend eingreift.
Berücksichtigung ergänzender Regelwerke und Auslegungshilfen
Neben den FIDE-Regeln sind ergänzende Regelwerke (z. B. Turnierordnungen) sowie das FIDE Arbiters’ Manual als Auslegungshilfe heranzuziehen. Dieses sieht ausdrücklich vor, dass ein Spieler, der nach Rundenbeginn erscheint, die Möglichkeit erhalten soll, ein mitgeführtes Gerät vor seinem ersten Zug abzugeben. Diese Wertung ist nach Auffassung des Turniergerichts auch auf vergleichbare Konstellationen vor dem ersten Zug zu übertragen.
Ermessensspielraum des Schiedsrichters
Das Turniergericht stellt klar, dass in Grenzfällen ein Ermessensspielraum besteht. Der Schiedsrichter ist vorliegend rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, an eine zwingende Entscheidung gebunden zu sein. Tatsächlich hätte er unter Berücksichtigung der Umstände – insbesondere fehlender Nutzungsabsicht und erkennbarer Abgabeabsicht – eine mildere Maßnahme in Betracht ziehen müssen. Es liegt somit ein „Ermessensnichtgebrauch” vor.
Verhältnismäßigkeit der Sanktion
Der Partieverlust als schwerste Sanktion darf nur bei eindeutigen und gewichtigen Verstößen verhängt werden. In einer Situation vor dem ersten Zug, bei unklarer Regelanwendung und ohne Nutzungsabsicht ist diese Sanktion regelmäßig unverhältnismäßig.
De facto entsteht mit diesem Urteil in letzter Instanz eine „gefestigte Spruchpraxis“, — Standardentscheidung, die jedoch nicht automatisch übertragbar ist auf andere Landesverbände, andere Ligen (z. B. Bundesliga) oder Fälle mit anderen Umständen (z. B. Handy klingelt, Nutzung, Täuschungsverdacht)
Rundenbericht VL Süd
Verbandsliga, Runde 7 gegen Hofheim 3 (5:3) und Runde 8 gegen Flörsheim (6:2)
Uli Nehmert
Trumps Krieg gegen den Iran ist im 3ten Wochenende und überschattet das Weltgeschehen, besonders natürlich das Schach und die Verbandsliga in Hessen. Diese wiederum neigt sich dem Ende zu und wir hoffen, dass auch der Krieg in absehbarer Zeit beendet wird.
Daher nur ein kurzer Bericht über die 7. u. 8. Runde, die wir ohne Timur und Platon absolvieren mussten. Hintergrund war ein Schiedsrichterentscheid in der Oberliga Anfang Dezember 2025, der unseren Spieler Anvesh wegen Handytragens im Turniersaal während der Runde nullte. Möglich nach den FIDE-Regeln, aber im anschließenden Schiedsstreit befand das Schiedsgericht im Februar 2026, dass eben diese Regeln die Betrachtung des Einzelfalls und eine Ermessensentscheidung gebieten. Diese lag nicht vor, der Schiedsrichterentscheid wurde aufgehoben und das Spiel von Anvesh gegen Neuberg neu angesetzt.(Schwierig, ein 9 seitiges Urteil so kurz korrekt darzustellen, Interessierte können natürlich auf Anfrage mehr erfahren).
Folge der ursprünglichen Schiedsrichterentscheidung war, dass gegen Neuberg mit 4,5 zu 3,5 verloren wurde und die 1. Mannschaft in Abstiegsgefahr geriet. Also wurden Timur und Platon im letzten OL Spieltag eingesetzt, verhinderten den Abstieg und spielten sich dadurch fest. Diese Vorbemerkungen nur, weil es einige Anfragen in der Sache gab. Wir waren jedenfalls personell arg gebeutelt, mit dem Einsatz von Christoph und Alberto wurden die letzten Ersatzspieler herangezerrt, die dann maßgeblich an den Erfolgen teilhatten. Glück gehabt, wie so oft in dieser Saison.
Nun zu den Kämpfen: Hofheim und Flörsheim standen im unteren Bereich der Tabelle, haben aber noch schlagkräftige Teams aufgefahren. Hofheim zB spielte seit längerer Zeit wieder mit ihrem IM an Brett 1. Keine Einzelheiten zu den Partien, nur die Ergebnisse:
Gegen Hofheim gewannen Frank D., Alberto und Christoph, gegen Flörsheim gewannen Dan, Marcel, Christoph und Uli, solide 2x remis von Mannschaftsführer Michael und Maxime. Ihr seht, die als Ersatz eingesetzten Christoph und Alberto haben 3,5 aus 4 geholt, beeindruckend.
Wie gehts weiter? Am 26. April um 14.00 das Finale in Schierstein, anschließend wie immer am Ende der Saison das Mannschaftsessen. Der Vorsprung für den Aufstieg in die Hessenliga sollte ausreichend sein, also kommt vorbei und schaut euch die Begegnung gegen Schierstein mitderen Spitzenspielern Zaur Hasanov und Robert Mazurek an.
Bleibt gesund
Uli
Schachfestival Prag
Nächster Coup von Christian
Jens GottschalkBeim "Prague International Chess Festival" vom 26.2 bis 6.3. belegte unser Christian Glöckler mit 7,5 Punkten aus 9 Runden einen exzellenten zweiten Platz. An Position 14 gesetzt konnte er eine starke Performance von 2578 erspielen und darf sich über weitere 15 Elo-Punkte und ein Preisgeld von ca. 800€ freuen.
Herzlichen Glückwunsch!!
OL Süd-West im Schlussspurt
Ende gut, alles gut
Jens Gottschalk
Wir sind sehr erleichtert und haben den Klassenerhalt geschafft und können auch in der nächsten Saison für die Oberliga planen. Am Ende steht ein solider 6.Platz, aber es hätte unter Umständen auch anders ausgehen können. Aber der Reihe nach:
Anfang Februar waren wir Gastgeber in der Doppelrunde gegen Kaiserslautern und Riegelsberg und waren sicher, dass drei Mannschaftspunkte für den Klassenerhalt reichen sollten.
In der Samstagspartie gegen Kaiserslautern waren wir leichter Favorit. Am Ende blieb ein 4:4, womit wir dem Spielverlauf entsprechend gut leben konnten. Anwesh gewann seine Partie; Christian, Igor, Julian und ich spielten Remis. Samuel und Frank verloren ihre Partie, so dass es 3:4 stand und Marcel mit Schwarz und stärkerem Gegner gewinnen musste.
Es kam zum Glück wie es kommen sollte und mein „Man of the Match“ war gefunden.
Sonntags waren wir gegenüber Riegelsberg sicherlich klarer Favorit, aber auch hier konnten wir nur einen Mannschaftspunkt mitnehmen, was enttäuschend war. Der Anfang war sehr stark, Siege von Christian und Daniel Ochs und Remisen von Igor, Julian und Anwesh. Leider gingen die Partien von Frank und Uli verloren und ich konnte auch nur ein Remis erkämpfen.
Zweimal 4:4 und somit fehlte uns noch ein Mannschaftspunkt für den sicheren Verbleib in der Oberliga. Das Wochenende 28.2./1.3 in Worms musste die Entscheidung bringen
Qualifier-Sieg in Wijk
Sensationeller Sieg von Christian beim Tata Steel Tournament
Jens Gottschalk
Christian Glöckler (14) hat das "nine-round Qualifiers" Rundenturnier in Wijk aan Zee mit unglaublichen 8,5 Punkten gewonnen und bei einem Gegnerschnitt von 2407 eine unfassbaren Performance von 2851 erspielt, 35 Elo-Punkte gewonnen und einen großen Sprung Richtung 2500 gemacht !!!
Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Leistung und der Lohn ist die Teilnahme des "Challengers"-Rundenturnier im nächsten Jahr (Gegnerschnitt ca. 2540).
Weitere Infos gibt es auf der Turnierseite und bei Chessbase.

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Willkommen beim Wiesbadener Schachverein 1885
Wir sind ein traditionsreicher Schachverein, deutschlandweit einer der ältesten. Zeitgemäß aufgestellt, bietet der WSV 3 Turniermannschaften von der Oberliga über die Landesklasse bis Bezirksoberliga auf! Unsere aktiven Kinder und Jugendlichen sind je nach Spielstärke in die Mannschaften integriert, ebenso die Ü-60-Spieler.
Vereinsangebote: regelmäßige Spielabende im eigenen Vereinsheim, Jugendtraining, Schnellschachturniere, GM-Training, Schlosspark-Open Turnier, Weihnachtsblitzturnier.
Spielabende finden jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Vereinsheim am Biebricher Schlosspark statt derzeit G3-Regel für Erwachsene.
Nachgefragt
WK-Redakteur zu Gast beim 2. Vorsitzenden Lothar Dyck

Lothar Dyck ist fasziniert und begeistert vom Schachspiel. So sehr, dass er seine Freude gerne teilt - im Wiesbadener Schachverein 1885 und in diversen Grundschulen, wo er privat Schachunterricht gibt.
Von Patrick Rupp
Wenn man mit Lothar Dyck über das Schachspiel redet, glänzen seine Augen. Die Worte sprudeln wie ein Wasserfall aus ihm heraus. „Mein Vater hat es mir damals beigebracht. Mit elf Jahren habe ich die Schach- Rätsel in der Zeitung gelöst. Der Name der Person, die das Rätsel gelöst hatte, wurde dann veröffentlicht“, erinnert sich der heute 74-Jährige. Das Brettspiel fasziniert ihn bis heute: die Geschichte, der Geist, das Wesen und nicht zuletzt die gesellschaftliche Bedeutung des Schachs. Darüber könnte man sich über Stunden mit ihm unterhalten.
Wichtiges auf fünf Seiten
Irgendwann kam der Nordenstadter auf die Idee, dass er diese Begeisterung mit anderen Menschen teilen müsste. „Ich staune immer wieder, wenn ich mich mit dem Spiel auseinandersetze. Meine Hoffnung ist, dass es anderen auch so geht“, erzählt Dyck, der vor seiner Pension Polizeibeamter war.
Er schnappte sich ein altes Schachlexikon, das er 1998 auf einem Flohmarkt ergattert hatte. Nachdem die Staubflusen entfernt waren, begann er die Lektüre des Wälzers. Über tausend Seiten über das Schachspielen, das wäre selbst ihm zu viel, dachte sich Dyck und fasste das Wichtigste auf fünf Seiten zusammen. Dazu nutzte er weitere zehn Bücher, deren Inhalte ihn vor allem mit der einzigartigen Schach-Rhetorik begeisterten. „Ein kleiner Streifzug durch die Schachwelt“ nennt er sein Werk, das sich nur bei ihm auf dem Computer befindet. Neben der Historie des Spiels zeigt Dyck darin anhand vieler Zitate, welche Bedeutung Schach erzielen kann.
Der französisch-amerikanische Maler Marcel Duchamp bezeichnete das Schachspiel etwa als „fast zu schwierig für die Beschränktheit des menschlichen Geistes“. Die Vergleiche, die Künstler und Philosophen anstellen, sind oft sehr treffend, sagt Dyck. Im Wesentlichen gehe es darum, so auch ein zentraler Satz seines Streifzugs durch die Schachwelt, „die uralte Spannung zwischen Geist und Materie, Kontrolle und Freiheit, Beherrschung und Liebe immer neu auszutragen“. Diese Spannung gebe es bei jedem Spieler. Natürlich ist Dyck nicht nur ein Schachschreiber, sondern auch ein Schachspieler. Bescheiden sagt er: „Ich spiele sehr gerne, aber es sind viele besser.“ Als zweiter Vorsitzender des Wiesbadener Schachvereins 1885 kennt er jene Schachprofis, die ihm überlegen sind. Die erste Mannschaft der 85er, die ihren Sitz im Jeanne-Schütz-Haus am Biebricher Schlosspark hat, spielte sogar schon in der Ersten Liga.
Dyck ist als engagiertes Vorstandsmitglied stets um Zuwachs bemüht. Am vielversprechendsten sind dabei junge Schachbegeisterte, die besonders lernwillig sind. Zu diesem Zwecke tourt Dyck in Eigenregie durch Grundschulen. In Wallau sowie in den Wiesbadener Vororten Naurod, Nordenstadt und Biebrich unterrichtet er Schüler im Schach - meist nachmittags.
Lernen fürs Leben
Zwölf Lerneffekte, die über das Spiel hinausgehen und im Leben eine große Rolle spielen, hält Dyck dabei für bedeutsam. Neben der Erhöhung der Disziplin und derWeiterentwicklung der Geduld sei das selbstkritische Überdenken eigener Fehler von herausragender Wichtigkeit. „Während des Spiels dokumentiert man jeden seiner Züge. Somit bleiben die Fehler präsent. Das lässt sich zweifelsohne auch auf das Leben übertragen“, betont Dyck, der kürzlich Urgroßvater wurde. Doch wie bei seinen Kindern und Enkeln wird er auch seinen Urenkel nicht bedrängen, sich für das Schachspiel zu begeistern: „Das muss jeder selbst entscheiden. Jeder soll aber wissen, was es für ein besonderes Spiel es ist.“ Aus diesem Grund ist Dyck zum Schachschriftsteller geworden.
