WSV Heim

Spielabende jeden Dienstag
ab 19.30 Uhr
im Vereinsheim
am Biebricher Schlosspark.

Jugendtraining 18.00 - 19.00 Uhr

 9. Platz für FM Daniel Ochs

Letzten Sonntag fanden in Frankfurt die offenen deutschen Schnellschach-Meisterschaften im Chess960 statt.
Veranstalter waren die Chess-Tigers zusammen mit dem Ausrichter SC Frankfurt West, der an diesem Wochenende seinen 100. Geburtstag feierte und dabei ein schönes Programm mit Simultan am Freitag und Jugendturnieren am Samstag auf die Beine stellte. Knapp 160 Teilnehmer kamen zum Chess960 Turnier und hatten 7 Runden zu absolvieren bei einer Bedenkzeit von 20min+5sec pro Partie. Das Turnier war ausgesprochen stark besetzt, es lockte 42 Titelträger an, davon 12 GMs und 10 IMs.


Kein Wunder, denn immerhin wurden mehr als 3000 € Preisgelder unter die Teilnehmer verteilt, davon alleine 1000 € für den Turniersieger – eine für ein Ein-Tages-Turnier stolze Summe.
Turniersieger und deutscher Meister wurde GM Vitaly Kunin, seines Zeichens auch amtierender deutscher Meister im Standard-Schach. Als einziger Spieler erreichte er 6,5 Punkte aus 7 Partien. Zweiter wurde GM Artur Jussupow (6) vor GM Michael Prusikin (6) auf dem 3. Platz.

 Der SV Wiesbaden war mit 4 Jugendlichen gut vertreten – Platon und Tymur, Christian und Daniel.
Einen ausgesprochen guten Tag erwischte FM Daniel Ochs. Er besiegte in den ersten 2 Runden zwei hinter ihm gesetzte Spieler (SF Arnold vom SCFrankfurt West und SF Ewen vom SC Ersingen) bevor er in der 3. Runde von GM Prusikin gezeigt bekam, wie man kleinste Vorteile im Endspiel zu einem Sieg verdichten kann. Einem etwas glücklichen Sieg in der 4. Runde gegen SF Reiffenrath ließ Daniel in den Runden 5 und 6 Siege gegen GM Milov und FM Chittka folgen.
In der Schlußrunde spielte Daniel gegen IM Jonas Hacker – für beide ging es um die Wurst. Der Sieger würde in den Top 8 - also den Geld-Rängen – landen. Nach lange ausgeglichenem Kampf einigte man sich am Ende auf Remis, was letztlich für beide nicht reichte.
Trotzdem: ein sehr starkes Turnier von Daniel, der mit 5,5 aus 7 den Jugendpreis gewann, und mit seinem ausgezeichneten 9. Platz 7 von 12 GMs und alle gestarteten 10 IMs hinter sich ließ. Herzlichen Glückwunsch!

FM Christian Glöckler hatte nach einem sehr starken Turnier am Samstag, bei dem er im U18 Turnier den 2. Platz belegte (nur durch einen Buchholzpunkt getrennt vomTurniersieger), heuer den etwas schwächeren Tag erwischt, und landete mit 5 aus 7auf dem 30. Platz. Einen Platz vor dem deutschen Nationalspieler GM Daniel Fridman auf Platz 31 – was zeigt, wie stark das Turnier besetzt war.

Tymur und Platon Musiienko erreichten beide 3,5 aus 7 und landeten im Mittelfeld auf den Plätzen 76 und 82, nicht weit voneinander getrennt, wie sich das für Zwillinge gehört. Es war für beide das erste Chess960-Turnier, und dafür haben sie ausgesprochen gut gespielt.

https://chess-results.com/tnr919756.aspx?lan=0&art=4

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Willkommen beim Wiesbadener Schachverein 1885

Wir sind ein traditionsreicher Schachverein, deutschlandweit einer der ältesten. Zeitgemäß aufgestellt, bietet der WSV 3 Turniermannschaften von der Oberliga über die Landesklasse bis Bezirksoberliga auf! Unsere aktiven Kinder und Jugendlichen sind je nach Spielstärke in die Mannschaften integriert, ebenso die Ü-60-Spieler.

 Vereinsangebote: regelmäßige Spielabende im eigenen Vereinsheim, Jugendtraining, Schnellschachturniere, GM-Training, Schlosspark-Open Turnier, Weihnachtsblitzturnier.

Spielabende finden jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Vereinsheim am Biebricher Schlosspark statt derzeit G3-Regel für Erwachsene.


Nachgefragt

WK-Redakteur zu Gast beim 2. Vorsitzenden Lothar Dyck

Dyck foto

Lothar Dyck ist fasziniert und begeistert vom Schachspiel. So sehr, dass er seine Freude gerne teilt - im Wiesbadener Schachverein 1885 und in diversen Grundschulen, wo er privat Schachunterricht gibt.

Von Patrick Rupp

 Wenn man mit Lothar Dyck über das Schachspiel redet, glänzen seine Augen. Die Worte sprudeln wie ein Wasserfall aus ihm heraus. „Mein Vater hat es mir damals beigebracht. Mit elf Jahren habe ich die Schach- Rätsel in der Zeitung gelöst. Der Name der Person, die das Rätsel gelöst hatte, wurde dann veröffentlicht“, erinnert sich der heute 74-Jährige. Das Brettspiel fasziniert ihn bis heute: die Geschichte, der Geist, das Wesen und nicht zuletzt die gesellschaftliche Bedeutung des Schachs. Darüber könnte man sich über Stunden mit ihm unterhalten.

Wichtiges auf fünf Seiten

Irgendwann kam der Nordenstadter auf die Idee, dass er diese Begeisterung mit anderen Menschen teilen müsste. „Ich staune immer wieder, wenn ich mich mit dem Spiel auseinandersetze. Meine Hoffnung ist, dass es anderen auch so geht“, erzählt Dyck, der vor seiner Pension Polizeibeamter war.

Er schnappte sich ein altes Schachlexikon, das er 1998 auf einem Flohmarkt ergattert hatte. Nachdem die Staubflusen entfernt waren, begann er die Lektüre des Wälzers. Über tausend Seiten über das Schachspielen, das wäre selbst ihm zu viel, dachte sich Dyck und fasste das Wichtigste auf fünf Seiten zusammen. Dazu nutzte er weitere zehn Bücher, deren Inhalte ihn vor allem mit der einzigartigen Schach-Rhetorik begeisterten. „Ein kleiner Streifzug durch die Schachwelt“ nennt er sein Werk, das sich nur bei ihm auf dem Computer befindet. Neben der Historie des Spiels zeigt Dyck darin anhand vieler Zitate, welche Bedeutung Schach erzielen kann.

Der französisch-amerikanische Maler Marcel Duchamp bezeichnete das Schachspiel etwa als „fast zu schwierig für die Beschränktheit des menschlichen Geistes“. Die Vergleiche, die Künstler und Philosophen anstellen, sind oft sehr treffend, sagt Dyck. Im Wesentlichen gehe es darum, so auch ein zentraler Satz seines Streifzugs durch die Schachwelt, „die uralte Spannung zwischen Geist und Materie, Kontrolle und Freiheit, Beherrschung und Liebe immer neu auszutragen“. Diese Spannung gebe es bei jedem Spieler. Natürlich ist Dyck nicht nur ein Schachschreiber, sondern auch ein Schachspieler. Bescheiden sagt er: „Ich spiele sehr gerne, aber es sind viele besser.“ Als zweiter Vorsitzender des Wiesbadener Schachvereins 1885 kennt er jene Schachprofis, die ihm überlegen sind. Die erste Mannschaft der 85er, die ihren Sitz im Jeanne-Schütz-Haus am Biebricher Schlosspark hat, spielte sogar schon in der Ersten Liga.

Dyck ist als engagiertes Vorstandsmitglied stets um Zuwachs bemüht. Am vielversprechendsten sind dabei junge Schachbegeisterte, die besonders lernwillig sind. Zu diesem Zwecke tourt Dyck in Eigenregie durch Grundschulen. In Wallau sowie in den Wiesbadener Vororten Naurod, Nordenstadt und Biebrich unterrichtet er Schüler im Schach - meist nachmittags.

Lernen fürs Leben

Zwölf Lerneffekte, die über das Spiel hinausgehen und im Leben eine große Rolle spielen, hält Dyck dabei für bedeutsam. Neben der Erhöhung der Disziplin und derWeiterentwicklung der Geduld sei das selbstkritische Überdenken eigener Fehler von herausragender Wichtigkeit. „Während des Spiels dokumentiert man jeden seiner Züge. Somit bleiben die Fehler präsent. Das lässt sich zweifelsohne auch auf das Leben übertragen“, betont Dyck, der kürzlich Urgroßvater wurde. Doch wie bei seinen Kindern und Enkeln wird er auch seinen Urenkel nicht bedrängen, sich für das Schachspiel zu begeistern: „Das muss jeder selbst entscheiden. Jeder soll aber wissen, was es für ein besonderes Spiel es ist.“ Aus diesem Grund ist Dyck zum Schachschriftsteller geworden.