WSV Heim

Spielabende jeden Dienstag
ab 19.30 Uhr
im Vereinsheim
am Biebricher Schlosspark.

Jugendtraining 18.00 - 19.30 Uhr

Ergebnisdienst Hessenliga

Glücklicher Auswärtssieg in Dettingen

Letzten Sonntag ging es für unsere zweite Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Bayern.
Huch nach Bayern ? Die zweite Mannschaft spielt in der Hessenliga! Dettingen hat aber eine Ausnahmegenehmigung um in der Hessenliga zu spielen, da die Stadt nahe an der Landesgrenze liegt und der Schachverein in der Regionalliga Bayern große Anfahrtswege zu bewältigen hätte.
Wir fuhren ohne große Hoffnungen nach Dettingen, da deren Spieler an den hinteren Brettern deutlich höhere ELO-Werte aufzuweisen hatten.
Es begann auch nicht sehr vielversprechend, da Uli schon in der Eröffnung unter Druck geriet und bald auf Verlust stand. 0:1. Michael konnte in einem London-System schnell ausgleichen.0;5:1;5. Danach lief es aber besser und sowohl Daniel wie Sascha konnten ihre Partien überzeugend gewinnen. 2;5:1;5. Auch Florin konnte sein Endspiel Remis halten. 3:2.
An den anderen Brettern sah es allerdings nicht gut für uns aus. Joachim stand mit zwei verbundenen Freibauern weniger völlig auf Verlust und wollte eigentlich schon aufgeben. Marcel kämpfte auch gegen einen gedeckten Freibauern, den er dann nur unter Figurenverlust beseitigen konnte. Nur Maxim hatte in schwieriger Stellung gewisse Remischancen.
Dann geschah das Wunder:
Joachims Gegner begann anstatt die Freibauern umzuwandeln seine Königsstellung zu schwächen und Joachim einen gefährlichen Angriff zu gestatten. Um diesen abwehren, musste er seine Freibauern aufgeben und man landete in einer ausgeglichenen Stellung. Dann überzog Joachims Gegner und verlor sogar noch. 4:2.
Maxim landete mit einem Bauer weniger in einem Remisendspiel und Marcel konnte nach hartem Kampf mit einer Minusfigur noch Remis halten. 5:3.

Jetzt sind wir Tabellenführer der Hessenliga.
Bemerkenswert ist auch, das unsere zweite Mannschaft seit mehr als drei Jahren kein Match mehr verloren hat! Alle Achtung.

 


 

Hessenliga 3. Runde

Glückliches 4:4 gegen Offenbach

In den ersten Minuten des Mannschaftskampfes passierte noch nicht viel. Soweit normal. Standen sich heuer doch Teams mit sehr vergleichbaren Ratings gegenüber (Nr. 7 und 8 der Setzliste mit DWZ-Durchschnitten von 2104 und 2102). Leider musste ein in regelmäßigen Abständen von ca. 1 Stunde im Spiellokal vorbeischauender Zuschauer erkennen, dass sich die Lage an mehreren Brettern oder Uhren mit der Zeit immer weiter zu ungunsten des gastgebenden Vereins entwickelte.

Folgendes Bild bot sich dem Zuschauer nach 2 Stunden: Maxim an Brett 6 hatte für die Eröffnung viel mehr Bedenkzeit verbraucht als sein Gegener und hätte vielleicht auch zwischenzeitlich etwas mehr aus der Stellung herausholen können, beschloss aber, als diese Chance vertan war, lieber mal ein Remis-Angebot einzustreuen, das vom Gegner, der dadurch diesem wunderschönen sonnigen Nachmittag eine 2. Chance geben wollte, angenommen wurde. Dem Zuschauer wars zufrieden angesichts des doch großen Zeitrückstandes. Obschon bereits zu diesem Zeitpunkt klar war, dass das Punktesammeln aus Wiesbadener Sicht an diesem Tage genauso schwer werden würde wie das Pilzesammeln während einer Trockenperiode.

Florin (Brett 4) hatte ansatzlos und etwas übermotiviert, quasi noch in der Eröffnung, beschlossen, sich für die Öffnung der h-Linie von einer Figur zu trennen. Wirkliche Kompensation war aus Zuschauer Sicht keine zu erkennen. Die Partie nahm denn auch, nach langem erbittertem Widerstand Florin's, ihr vorhersehbares Ende. Leider liefen die Protagonisten der Heimmannschaft auch an einigen anderen Brettern erst langsam zu Hochform auf. Ob das an den - wieder einmal vom Wirt dankenswerterweise bereit gestellten - belegten Brötchen lag, deren vor der Partie zuviel vertilgt wurden? Anyway, der mitfiebernde regelmäßig vorbeischauende Zuschauer erkannte mehr oder weniger schwierige Stellungen auch bei Daniel (Bret2), Joachim (Brett 5) und Marcel (Brett 8). während zumindest Uli's Partie an Brett 1 (mit etwas Raumvorteil), Oleksandr's Partie an Brett 3 (mit einem vom Gegner für Initiative geopferten Mehrbauern) und Michael's komplizierte Partie an Brett 7 offen waren. Zwischenstand 0,5-0,5; Tendenz: das wird ein sehr schwieriger Mannschaftskampf.

Als der Zuschauer das nächste Mal vorbeischaute, hatten sich die Partien in die erwartete Richtung verfestigt. Florin kämpfte noch mit Figur weniger, aber auch Daniel hatte mittlerweile eine Figur weniger, für eigentlich nichts. Okay, 2 Bauern. Marcel hatte 2 Bauern weniger und Joachim kämpfte mit Dame gegen 2 Türme und Springer einen aussichtslosen Kampf. Michael hatte eine komplexe Stellung auf dem Brett mit Qualität weniger, der Zuschauer hat sie jedenfalls spontan nicht verstanden. Gefühlt hätte er lieber die gegnerische Armee befehligt. Dafür kamen Oleksandr und Uli langsm aber sicher in Vorteil. Oleksandr bewies dem Gegner, dass ein Bauer ein Bauer ist und verwandelte technisch einwandfrei. Und auch Uli gewann alsbald einen Bauern und baute derweil seinen Raumvorteil weiter aus. Zwischenstand 1,5-0,5, Tendenz: 3-5 Niederlage.

Wieder eine Stunde später: Joachim und Florin hatten ihren Widerstand eingestellt. In den restlichen 4 Partien sah es folgendermaßen aus: Uli war dabei, seinen Vorteil weiter zu verdichten und die Hoffnung auf einen vollen Zähler war hier mittlerweile real. Daniel hatte die Stellung verkomplizieren können, oder war es sein Gegner, der sich das Leben selbst schwer machte, und ein Freibauer auf der 6. Reihe versprach etwas Spiel für die Figur – nebenbei ein Springer, der irgendwie nicht recht am Spiel teilnehmen wollte. Marcel kämpfte weiter mit 2 Minusbauern, diese waren aber vereinzelt und der Spinger von Marcel die bessere Leichtfigur als des Gegner's Läufer. Zudem hatte Marcel einen aktiven König. Ein Remis rückte zumindest in den Bereich des Möglichen. Michael spielte erfinderisch und versuchte alle gegnerischen Bauern vom Brett zu nehmen, seine eigenen inzwischen verbundenen Freibauern aber zu behalten. Der Zuschauer hat die Stellung immer noch nicht verstanden. Die Materialverteilung war gefühlt bei jedem „Aufs Brett Schauen“ anders. Zwischenstand also 1,5 – 2,5, Tendenz: vage Hoffnung auf ein 4-4. Dazu müssten aber wirklich alle schlechtstehende Partien gehalten werden und Uli seinen Vorteil verwerten können.

Und Caissa stand den Wiesbadenern bei. Daniel rührte immer mehr Sand ins Getriebe des Gegners und letztlich wurden in einer Stellung die Züge wiederholt, wo das für beide Seiten schon die beste Wahl war (Engine 0.00). Marcel hatte in der Tat genügend Kontrolle über die weissen Felder und da gab es kein gewinnbringendes Durchkommen für den Gegner. Auch Remis. Michael's Stellung endete dann mit einem Opfer des gegnerischen Springers für seine beiden Freibauern. Auch Remis. Der Zuschauer hat da einige Fragen zu dieser Partie. Vielleicht stand Michael nie schlechter? Auf jeden Fall eine Partie, die allen Spaß gemacht hat. Und unendlich viel Zeit für die Analyse brauchen wird. Und da war noch unser Senior Uli. In der längsten Partie des Tages brachte er seinen Vorteil sicher nach Hause. Sachlich und ruhig trieb er die weißen Steine vor sich her und raubte ihnen jegliche Aktivität. Feine Partie und eine sehr starke Vorstellung unseres Seniors. Letztlich ein glückliches 4-4 gegen ein starkes Offenbacher Team.


Fortsetzung Spielbericht 2. Runde:

Der MK selbst, ausgetragen in der gemütlichen Atmosphäre einer 2 Zimmer DG Wohnung, sah dann eine fast totale Dominanz der rating-unterlegenen Jugend an den ersten 4 Brettern, wo es 4x zum Duell Jungspund gegen 50+ kam. Uli und Holger hatten gegen ihre jungen Gegner Förster und Diyap nach der Eröffnung noch passable Stellungen, ehe Ungenauigkeiten die Gegner ans Ruder kommen ließen und unseren Senioren keine 2. Chance gegeben wurde. Sauber von den Jungs gespielt. Auf der anderen Seite hatten unsere Kids Oleksandr und Daniel gegen ihre Gegner IM Telljohann und Brüggemann von Anfang an die Initiative auf ihrer Seite. Oleksandr gewann dann auch sehenswert im Bauernendpiel, in das Telljohan unvorsichtigerweise gegangen war, in der längsten Partie des Tages.
Daniel hingegen verpasste in Zeitnot in allerdings komplexer Stellung den Gewinn. 3.5 – 0.5 für die Jugend. Von den 4 Partien im Nebenzimmer (Brett 5-8) habe ich nicht viel mitbekommen. Michael hatte irgendwann einen Bauern gewonnen und diesen Vorteil langsam (technisch war da sicher noch Luft nach oben) nach Hause gebracht. Maxim steuerte ein frühes Remis bei. Florinn und Marcel späte Remisen. Florin versuchte lange, seinen Vorteil von 1-2 Bauern zu verwerten, was wegen der ungleichen Läufer auf erhebliche Schwierigkeiten stieß und nicht gelang, während Marcel nach durchwachsenem Mittelspiel plötzlich 2 entfernte Freibauern auf der a und h Linie im Läuferendpiel hatte, was aber ebenfalls nicht zum Sieg reichte.
Im Nachhinein betrachtet waren wir dem Sieg wohl etwas näher als unsere Gegner, im Spiellokal waren wir nach einem Zwischenstand von 1-3 aber froh über den Punkt gewesen. Was nehmen wir also aus Frankfurt mit nach Hause?
Ein gerechtes 4:4 und den Eindruck, dass sich Jugendarbeit lohnt und wir mit Michael, Samuel und Helmut 3 Trainer haben, die sich jeden Dienstag höchst engagiert um den Wiesbadener Schachnachwuchs kümmern. Danke Euch an dieser Stelle für Euren stetigen Einsatz.